Benzin im Blut
Eines meiner zuerst gesprochenen Worte war „Auto“, was zugegebenermaßen in der sprachlichen Frühphase zunächst "HoHo" hieß. Das rasante Fortbewegen mit Tretroller und Fahrrad gehörte zu den großen Leidenschaften und blutende Knie bildeten kein Hindernis.
Die Wände des eigenen Zimmers waren mit großen, farbigen Postern von Formel 1-Rennwagen und ihren Fahrern beklebt. Auch wenn zu seiner aktiven Zeit nicht selbst erlebt, prägte sich Wolfgang Graf Berghe von Trips fest ein. Sein besonderer Lebenslauf und seine hervorstechende Persönlichkeit - eine Leitfigur - mögen da ursächlich sein.
Schule, Studien, Karriere, wechselnde Wohnorte und Auslandsaufenthalte kosteten Zeit und Kraft. Dennoch gab es fortlaufend Rennbesuche, von Tourenwagen- oder CanAm-Rennen am Hockenheimring und Nürburgring zu Formel 1-Rennen, ob in Australien, Belgien, Deutschland, England, Japan, Malaysia, Monaco, Österreich oder San Marino.
Zu bleibenden Momenten wurden Gespräche mit dem damals noch weitgehend unbekannten Michael Schumacher nach seinem ersten F1-Sieg 1992 in Spa-Francorchamps, 2003 mit Jackie Stewart, Juan Pablo Montoya und Jochen Mass im Paddock Club von Melbourne, 2015 mit Stirling Moss in Goodwood oder Herbert Linge bei der Jubiläumsfeier am 9. Juni 2018 zum 70-jährigen Porsche Bestehen. Klar, dass ich den Zeitzeugen auf Graf Berghe von Trips ansprach, wie er, ebenfalls 1928 geboren. Linge berichtete von gemeinsam ausgetragenen Motorrad-Wettbewerben Anfang der 1950er Jahre und strahlte bei der Erinnerung an einen großartigen Menschen.
Irgendwann stand ein Porsche in der Garage. Zurück aus Japan folgte 2006 der Eintritt in den Porsche Club Deutschland e. V. und 2011 den Porsche Club Monasteria e. V., mit sogleich aus eigenem Antrieb organisierten Ausfahrten, dann Vorstandstätigkeiten, ab 2014 in der erstmalig geschaffenen Funktion des Sport- und Touringleiters und 2019 als Präsident. Die in diese Zeit gefallene Corona-Pandemie stellte die Ehrenamtlichen vor bislang unbekannte, große Herausforderungen ... ohne jedoch das Tempo der Veränderungen zurückzunehmen. In Würdigung und Anerkennung der Verdienste kam es in der Jahreshauptversammlung im Januar 2025 durch einstimmiges Votum einer mehr als verdoppelten Mitgliederzahl des aktiven, finanzstarken Clubs zur Auszeichnung als Ehrenpräsident. Mitgliedschaften im Porsche Advisors Club, Porsche GT Circle, ONASSIS, Porsche Club Salzburg e. V. und der Gemeinschaft für italienische Automobile Squadra Rossa FFranconia erweiterten das automobile Interessensgebiet.
In dieser Zeit entwickelte sich meine Freude am Schreiben - mit weit über 50 Berichten, erschienen in den verschiedensten Medien der weltweiten Porsche Club Community (beispielhaft s. unten genannte Internet-Links).
Graf Trips blieb stets in den Gedanken präsent. So wurde für die Mitglieder des Porsche Clubs eine Ausfahrt organisiert, die auch nach Kerpen führte, am 10. September 2021, dem 60. Todestag des Renngrafen.
Daraus entstand eine Verbindung zu Jörg-Thomas Födisch, Trips-Kenner und Autor zahlreicher motorsportlicher Bücher.
Meine Aufmerksamkeit für die menschliche Seite von Graf Trips wuchs. Auch wenn die Rennerfolge in der Vergangenheit liegen, so haben seine offene und sympathische Art weiterhin eine große, ja, in Zeiten wie diesen, eine an Wertschätzung zunehmende Bedeutung.
Die intensiv betriebenen Recherchearbeiten ermöglichten das Erstellen der ersten akademischen Dokumentation, als Biographie über Wolfgang Graf Berghe von Trips im Juli 2024 veröffentlicht von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.
Die weltweiten Reaktionen auf seinen tragischen Tod zollten dem Menschen Wolfgang Graf Berghe von Trips Respekt. Spürbar bei einem Besuch des Archivs der Gräflich Berghe von Trips'sche Sportstiftung - überwältigt von den über viele Regalmeter gelagerten Kondolenzschreiben und -Telegrammen. Das gab den Anstoß zur Erstellung eines so noch nie erschienenen Buches. "Wolfgang Graf Berghe von Trips - Der Mensch" ist keine statistische Aufzählung seiner Rennerfolge, sondern die Beschreibung seines Lebens. Aufgewachsen als behütetes Einzelkind, geplagt von schweren Krankheiten und Depressionen, Schwierigkeiten in der Schule und der Bürde eines großen Erbes, suchte das "Sorgenkind" als Erwachsener den Kontakt zu Menschen. Den fand er auf Gebieten, mit denen er dann auch noch Erfolge erleben durfte ... bei Wettbewerben mit dem Motorrad und Automobilen.
In diesem Umfeld fand er große Freude.
Leser des Buches berichten fasziniert davon, dass sie von der romanmäßig geschriebenen Lebensgeschichte nicht loslassen konnten ... Leser, die zuvor von Wolfgang Graf Berghe von Trips nicht gehört hatten.
Ebenso wurde vorgeschlagen, über das Leben des Adelsmanns einen Film zu drehen ... als Parallele zur "James Dean Story", dem Dokumentarfilm, der zum Mythos beitrug. James Dean, unsterbliche Legende und begnadeter Schauspieler, lebte von 1931 bis 1955, also zur gleichen Zeit wie Trips.
- Porsche Club Life Magazin: https://www.porsche-club-deutschland.de/pc-life/
- Porsche Club News: https://www.porscheclubnews.com


Über mich ... und Graf Trips
Manfred Schmale
Pauline Bertha Anna Marie-Sophie Frederike Juliane Giesela Maria Gräfin Berghe von Trips
Über mich ... und meinen Großonkel

In seiner Rede am 21. Januar 1910 mahnte der Politiker Jean Jaurès im französischen Parlament:
"Die richtige Art ... ist, das Werk der lebendigen Kräfte, die in der Vergangenheit gewirkt haben, in die Zukunft weiterzuführen."
Besser bekannt als - so oder anders - verbreitete Metapher:
"Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche."
Rätselhaft: Selbst die Fachwelt ist bis heute im Glauben, dass mit dem Tod von Graf Wolfgang und seinen Eltern die adelige Familie, mit 1.000-jähriger Geschichte, ausstarb. (So berichtete die "tz", München, am 23.12.1976 zur Gründung der Trips-Stiftung: "Die Familie Berghe von Trips hat keinerlei Verwandtschaft mehr."). Zu der Zeit lebten aber noch neun Träger/innen des Namens Berghe von Trips ... und selbst heute repräsentieren vier Grafen und Gräfinnen die traditionsreiche Familie. Aufklärend wurde es somit, als aus der von Manfred Schmale intensiv betriebenen Öffentlichkeitsarbeit und Recherche eine Verbindung zu mir, Pauline Gräfin Berghe von Trips, der 1994 geborenen Großnichte des Rennfahrers, entstand. Gemeinsam geben wir neue Impulse ... diese Website gehört dazu.
Burg Hemmersbach in Horrem, jetzt Kerpen, war seit dem 11. Jahrhundert der Sitz von Rittern, Freiherren und Reichsgrafen. Die Adelsfamilie blieb bis weit in das 20. Jahrhundert prägend für die weitere Entwicklung des Ortes. Auch mein Großonkel Wolfgang von Trips, nahm eine besondere Stellung innerhalb der örtlichen Gemeinschaft ein - schon vor seiner beispiellosen Rennfahrerkarriere. Sein Tod und der seiner Eltern besiegelte das Ende dieses Familienzweigs ... aber eben nur dieses einen, denn Wolfgang's Vater Eduard hatte 13 Geschwister.
Zur Erhaltung des Namens adoptierte Franziska Gräfin Berghe von Trips (1906 - 1991) meinen Vater Maximilian, geb. Freiherr von Loë, den Großneffen aus dem Stamm ihrer Schwester Anna Gräfin Berghe von Trips (die Übersicht auf den Familienstamm Berghe von Trips gibt ein Klick auf den Button "Genealogie" weiter unten).
Beeindruckt von der charakterlichen Stärke meines Großonkels Wolfgang Graf Berghe von Trips und seiner Menschlichkeit ist es mir eine Ehre diesen Namen zu tragen. Er lebt weiter! Durch uns alle, die ihn nicht vergessen. So leistete ich gern zu dem auf dieser Website dargestellten Buch einen Beitrag und verfasste das Schlusswort.
Fast siebzig Jahre nach ihm geboren zu sein - irgendwo zwischen Generation Y und Z - gibt eine besondere Chance, die Erinnerungen wachzuhalten.
Als äußeres Zeichen der Verbundenheit und aus Zugehörigkeit zur Familie ließ ich das Autogramm meines Großonkels als Wort-/Bildmarke urkundlich beim DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) eintragen und schützen.


"In hoc signo vinces!"
(In diesem Zeichen wirst du siegen!)

Pauline Gräfin Berghe von Trips vor einem von der Stadt Kerpen in Auftrag gegebenen Graffiti ihres Großonkels, gegenüber vom Bahnhof Kerpen-Horrem


















